Website im Überblick
Ein Imageboard, das sich in seiner eigenen Kurzbeschreibung ganz auf Scat-Kunst festlegt, braucht keine langen Erklärungen: Scatbooru bezeichnet sich selbst als große Bildtafel für Motive aus diesem Bereich. Im Verzeichnis steht der Eintrag unter Hentai-Pornoseiten, und das trifft den Kern dessen, was die Seite über sich sagt – gezeichnete und illustrierte Kunst zu einem Thema, das anderswo meist am Rand steht. Wer gefilmte Szenen sucht, wird hier nicht fündig; wer Bilder sucht, die genau dieses Motiv ausarbeiten, umso eher.
Hinter der knappen Selbstbeschreibung steht eine Sammlung, die über Jahre gewachsen ist. Die Seite beziffert ihren Bestand mit rund 57.370 Beiträgen und zählt insgesamt mehr als 38 Millionen Besuche. Beide Zahlen stammen aus ihrer eigenen Auskunft; sie sagen nichts über Geschmack, aber viel über Beständigkeit. Bemerkenswert ist das Verhältnis der beiden Werte: Die Besuchszahl liegt um ein Vielfaches über der Zahl der Beiträge, was bei einem so eng umrissenen Thema auf eine breite stille Mitleserschaft hindeutet. Eine Bildtafel dieser Größenordnung lebt von einer wiederkehrenden Leserschaft und von laufendem Nachschub. Das Thema ist speziell, die Menge ist es nicht: Über die Jahre hat sich zu einem einzelnen Motiv so viel angesammelt, dass daraus ein eigener Bestand mit eigener Binnenordnung geworden ist.
Technisch läuft das Ganze auf einer angepassten Fassung von Gelbooru Beta 0.1.11, wie die Seite offen angibt. Wer mit Boorus vertraut ist, weiß damit sofort, worauf er sich einlässt: eine Bilderdatenbank, in der Motive über Schlagwörter erschlossen werden – nach Handlung, Figuren, Stil und einzelnen Vorlieben. Aliasnamen halten dabei zusammen, was unter verschiedenen Bezeichnungen im Umlauf ist, und verweisen auf verwandte Begriffe. Solche Bestände werden von ihren Nutzern gefüttert: Beiträge kommen aus der Community, werden verschlagwortet und kommentiert, und die Schlagwortlisten wachsen mit dem Material. Diese Bauart ist der eigentliche Grund, warum ein derart enges Thema überhaupt sammelbar wird – die Verschlagwortung übernimmt die Sortierung, die bei einem einzelnen Genre sonst schnell an Grenzen stößt.
Rund um die Bilder existiert eine Community-Schicht. Ein Forum und ein Discord-Server sind ebenso vorhanden wie Bewertungen und Kommentare zu einzelnen Beiträgen; eine Zufallsfunktion wirft den Betrachter ohne Vorauswahl in den Bestand. Dazu kommt ein Bereich namens Scatbooru Dating – für eine Bildtafel ungewöhnlich und ein Zeichen dafür, dass der Betreiber die Seite nicht als stilles Archiv versteht, sondern als Treffpunkt für Leute mit demselben Interesse. In der Hilfe sind zusätzlich eine API sowie weiterführende Angaben zu Forum, Beiträgen, Bewertungen und Regeln aufgeführt, sodass sich der Bestand auch außerhalb der eigenen Oberfläche weiterverwenden lässt.
Regeln und Richtlinien bilden einen eigenen Punkt, dazu kommen eine Exemption-Erklärung nach 18 U.S.C. § 2257 und eine Altersbestätigung vor dem Betreten. Das sind zum einen juristische Formalien, zum anderen eine Ansage: Scat gehört zu den Nischen, die viele abstoßend finden, und die Seite macht daraus kein Geheimnis. Sie versteckt ihr Motiv nicht hinter Andeutungen, sondern benennt es im Titel, in der Kurzbeschreibung und in der Kategorie. Gezeichnete Erotik erlaubt dabei Darstellungen, die sich gar nicht filmen ließen, und verschiebt den Reiz vom Ereignis auf die Bildsprache – genau darin liegt der Unterschied zu den Tube-Seiten, die dasselbe Thema nur streifen. Wer sich angesprochen fühlt, bekommt hier Klarheit statt Vorsicht; wen das Motiv nicht reizt, wird auch die schiere Menge nicht umstimmen.
Wie tief die Sammlung im Einzelnen reicht, lässt sich aus den öffentlich einsehbaren Angaben nicht ableiten; belegt sind die Größe des Bestands, die technische Grundlage und die Bereiche, die die Seite selbst nennt. Wer sehen will, welche Spielarten dieses Motiv überhaupt umfasst, beginnt am ehesten bei den Aliasnamen: Dort zeigt sich am deutlichsten, welche Begriffe zusammengeführt werden, und damit der Charakter dieser Bildtafel. Von dort aus führt der Weg über die kommentierten und bewerteten Beiträge weiter in das Material selbst.



