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Sudowrite tritt als KI-Schreibpartner für Belletristik auf und macht aus seinem Anspruch keinen Hehl: das beste KI-Werkzeug für Fiktion, gebaut für alle, die einen Roman schneller fertigstellen möchten. Die Selbstbeschreibung nennt es einen nicht wertenden Begleiter beim Schreiben – eine Formulierung, die den Unterschied zu einem beliebigen Textgenerator markiert. Der Einstieg ist kostenlos, die Anmeldung läuft wahlweise über ein Google-Konto. Geführt wird der Dienst hier unter KI-Pornoseiten; die eigenen Seiten von Sudowrite kreisen dagegen um Figuren, Szenen und Handlungsbögen – also um das, was einem expliziten Text vorausgeht.

Für das Schreiben von Geschichten hat der Anbieter ein eigenes Sprachmodell entwickelt: Muse 1.5, ausdrücklich als Modell für Fiktion beschrieben und nicht als Allzweckassistent. Die Startseite bewirbt es als neue Fassung und rückt es als eigenen Baustein in den Mittelpunkt. Dazu versammelt sie Stimmen aus dem Literaturbetrieb – das Magazin The New Yorker nennt das Werkzeug eine Rettung, The New York Times und The Verge werden ebenso als Fürsprecher aufgeführt. Der Bestsellerautor Hugh Howey, bekannt für „Silo“, und der mehrfache Emmy-Preisträger Bernie Su stehen mit kurzen Zitaten daneben; eines davon fasst den Eindruck in fünf Worten zusammen: Es sei unheimlich gut.

Vier Versprechen strukturieren die Selbstdarstellung. Erstens ein Chat, der mit Romanautorinnen und -autoren entwickelt wurde und den die Seite augenzwinkernd gegen das Technikpublikum abgrenzt. Zweitens ein Vorgehen gegen die leere Seite, das den Anfang eines Kapitels abnimmt. Drittens das Eingeständnis, dass Schreiben zu zehn Prozent aus Verfassen und zu neunzig Prozent aus Überarbeiten besteht – der Schwerpunkt liegt also auf dem Nachschärfen von Text. Viertens das Planen, das die Grundlage für alles Weitere bildet. Wer an Figuren, Perspektiven und Szenen arbeitet, findet dort Funktionen, die genau auf diese Schritte zugeschnitten sind, statt allgemeiner Textarbeit. Der Chat ist dabei nicht als Spielerei gedacht, sondern als Gegenüber für Fragen zu Handlung und Figuren – die Seite grenzt ihn ausdrücklich von Werkzeugen ab, die für Programmierer gebaut wurden.

Zur Sprache äußert sich die FAQ-Seite erfreulich offen: Man könne in nahezu jeder Sprache schreiben, und die Schreibfunktion passe sich der verwendeten Sprache an, während andere Werkzeuge im Zweifel auf Englisch zurückfallen. Wer das vorab prüfen möchte, kann es laut FAQ in der kostenlosen Testphase ausprobieren. Dort findet sich außerdem ein elfminütiges Einführungsvideo, das die Frage beantworten soll, was der Dienst eigentlich tut – eine knappe Gesamtschau auf die angebotenen Werkzeuge statt einer trockenen Feature-Liste.

Bezahlt wird im Abonnement. Der Tarif Hobby & Student kostet zehn Dollar im Monat und enthält 225.000 Credits; er ist für Menschen gedacht, die zum Vergnügen oder für die Schule schreiben. Professional liegt bei 22 Dollar im Monat, umfasst 450.000 Credits und richtet sich an längere Arbeiten wie einen Roman oder ein Drehbuch, samt Rückmeldung zum eigenen Text. Bei jährlicher Zahlung sind laut Preisseite bis zu fünfzig Prozent Nachlass möglich; die Testphase kommt ohne Kreditkarte aus und lässt sich jederzeit beenden.

Damit ordnet sich das Angebot anders ein als ein allgemeiner Chatbot. Die wiederkehrende Formel lautet: von Schreibenden für Schreibende. Die Stimmen, die auf der Preisseite gesammelt werden, kommen entsprechend aus dem Berufsfeld – Autorinnen und Autoren, die das Werkzeug nicht als Ersatz für ihre Arbeit beschreiben, sondern als Verlängerung davon. Wer Fiktion schreibt und mit Stoff und Figuren ringt, bekommt hier weniger eine Sammlung von Einzelfunktionen als einen Arbeitsablauf, der vom ersten Entwurf bis zur Überarbeitung reicht. Für längere Projekte ist das entscheidend: Ein Roman entsteht selten in einem Durchgang, und die angebotenen Werkzeuge sind erkennbar um diese Etappen herum angeordnet. Genau darin liegt der Unterschied zu Diensten, die für beliebige Textsorten gedacht sind.

Ein sinnvoller Anfang ist der kostenlose Testzugang, der ohne Zahlungsdaten auskommt, zusammen mit dem Einführungsvideo in den FAQ: Beides zeigt in kurzer Zeit, ob der auf Fiktion zugeschnittene Ansatz zum eigenen Stoff passt.