Gangbang-Pornoseiten

R51

R51 inszeniert seine Fetisch-Episoden als durchgesickertes Rohmaterial und setzt Schwerpunkte bei Gruppenszenen, Glory Holes und ausschweifenden Partys.

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Hinter dem Kürzel R51 steht der Anspruch, Rohmaterial der Fetisch-Gesellschaft zu zeigen. So lautet der eigene Titel, und die Warnung, mit der die Seite ihre Besucher empfängt, passt dazu: Wer das hier lese, sei auf durchgesickertes Filmmaterial von etwas sehr Falschem gestoßen und solle besser gehen, solange es noch gehe. Diese Geste des Wegschickens ist eine Einladung zum Hinsehen, und sie beschreibt den Charakter des Angebots ziemlich genau. Es geht nicht um polierte Studioformate, sondern um Szenen, die wie Ausschnitte aus einem größeren, roheren Zusammenhang wirken.

Ordnung bekommt dieses Material über die Episoden, und deren Namen sind auffällig schlicht: Tag 3, Tag 4, Tag 5, Tag 8, Tag 17, dazu weitere Tagesnummern in derselben Reihe. Jede Nummer steht für einen eigenen Auftritt, und die fortlaufende Zählung deutet an, dass hier mehr zusammenhängt als der einzelne Clip. Die hohen Tagesnummern verraten nebenbei, dass die Reihe über viele Folgen gewachsen ist. Die Titel darunter benennen dann sehr direkt, was passiert: „Irma spritzt im Glory Hole“, „Unartiger Late-Night-Flirt“, „Perverse Cinema“, „Swinger-Gruppensex“, „Swinger-Orgie“ und „Heiße Gangbang-Party“ stehen offen beieinander. Nichts daran ist versteckt oder verniedlicht; wer die Reihe durchgeht, bekommt schnell ein Gefühl dafür, wie sich ein Tag an den nächsten reiht.

Schon diese Titel zeigen den Schwerpunkt. Gruppenszenen mit mehreren Beteiligten tragen die Reihe, Glory Holes, Swinger-Konstellationen und ausgelassene Partys kommen dazu. In diesem Verzeichnis läuft R51 deshalb unter Gangbang-Pornoseiten, und das beschreibt den Kern der prominentesten Episoden recht gut. Immer wieder fällt dabei ein Name auf: Irma, die in mehreren Überschriften auftaucht – beim Glory Hole, im Gruppensex, in eigenen Auftritten. Diese Wiederkehr gibt der Reihe ein Gesicht, an dem sich die einzelnen Tage festmachen lassen, statt dass die Szenen zu einer anonymen Sammlung zerfallen. Zwischen den großen Gruppenszenen stehen ruhigere Momente – ein später Flirt, ein Abend im Kino –, sodass die Reihe nicht auf einen einzigen Reiz zusammenschrumpft.

Die Nachfrage nach diesem Material ist international. Neben englischen Episodentiteln tauchen spanische Bezeichnungen wie Dia 9 und japanische Tageszählungen wie 18日目 auf, und eine eigene Rubrik fragt nach den meistgesuchten Auftritten in Japan. Begriffe wie Orgie, Party, Fisting und Glory Hole kehren dabei immer wieder, quer über die Sprachen hinweg. Das Fetisch-Etikett im Titel ist also keine Randnotiz, sondern die Klammer, die die verschiedenen Spielarten zusammenhält.

Der Rahmen um dieses Rohmaterial wirkt dagegen überraschend geordnet. Die Seite kennt ein Konto und eine Anmeldung, daneben steht der Weg zum Beitritt, und in der Hilfe ist das Abonnement ein eigener Punkt neben Konto, Abrechnung und Streaming. Dort finden sich Antworten zur Passwortänderung und zum Zurücksetzen eines vergessenen Passworts, dazu ein Weg zum Kontakt, wenn die vorhandenen Erklärungen nicht ausreichen. Ein Partnerprogramm und die eigenen Nutzungsbedingungen gehören ebenfalls zum Auftritt. Wie hoch die Kosten ausfallen, geht aus den öffentlich zugänglichen Angaben nicht hervor. Die Inszenierung als Fundstück steht also neben einem ganz normalen Betrieb mit Abrechnung und Support.

Bemerkenswert ist, wie konsequent die Seite ihre eigene Fiktion durchhält. Das durchgesickerte Material, von dem die Warnung spricht, soll nicht für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen sein, und die Titel tun nichts, um diese Herkunft zu glätten. Wer sich darauf einlässt, bekommt keine sauber abgeschlossenen Einzelszenen, sondern Auftritte, die mitten in einem längeren Ablauf beginnen und ebenso wieder aussteigen. Genau darin liegt der Reiz: Die Szenen wirken wie Mitschnitte eines Abends, an dem mehr passiert ist, als die Episode zeigt.

Zuerst lohnen die Gruppenszenen um die Gangbang-Party und die Swinger-Orgie; dort zeigt sich am klarsten, was mit Rohmaterial gemeint ist. Wer das Fetisch-Etikett sofort sehen möchte, greift zu den Episoden um Glory Hole und perverses Kino, in denen die Reihe am direktesten wird und die Herkunft des Materials am wenigsten geglättet wirkt.