Website im Überblick
Kurios, schräg und kostenlos – mit dieser Mischung tritt Inhumanity an, und der eigene Seitentitel lässt daran keinen Zweifel: come for the tits, stay for the train wreck. Die Kurzbeschreibung daneben nennt das Angebot eine freie Porno-Tube, die jeden Tag mit den besten kostenlosen und bizarren Videos aufgefüllt wird. In diesem Verzeichnis läuft der Eintrag unter Lustige Pornoseiten, und viel Widerspruch ist aus der Seite selbst nicht zu hören: Statt polierter Studio-Szenen stehen hier Ausschnitte im Mittelpunkt, in denen etwas schiefgeht, aus dem Ruder läuft oder schlicht absurd wird. Wer auf pornografische Reize nicht verzichten, dabei aber etwas zu lachen haben will, ist genau in diesem Zwischenbereich unterwegs. Der Ton ist bewusst respektlos, und das ist hier Programm, keine Ausnahme.
Den ersten Block bilden die Featured Videos, und schon deren Auswahl erzählt die Richtung. „Graduation Day“ ist der Kategorie LMAO zugeordnet, „Ever Bag A Hooter's Girl?“ läuft unter Derp, „Modern Problem, Modern Solution“ unter Cringe. Dazwischen stehen Beiträge aus der Rubrik Teen (18+), etwa „100% Worth The Risk“, „Put It On The Internet!“ und die Fortsetzung „This Cost Him $2,700“. Jeder dieser Einträge trägt ein Datum und eine Kategorie, und die Überschrift bleibt bewusst knapp – kurz genug, dass man neugierig wird, weil man noch nicht weiß, was gleich passiert. Genau darin liegt der Reiz dieser Mischung: Der Clip beginnt wie etwas Alltägliches und kippt dann in etwas, das man so nicht erwartet hätte. Die Kategorien tun dabei mehr als sortieren: Sie sind eine Ansage an den Humor des Publikums.
Die Rubriken spannen einen weiten Bogen. Neben LMAO, Derp und Cringe stehen Menüpunkte wie Crazy Shit und Daft Porn, die den Ton noch deutlicher markieren. Wer nicht gezielt sucht, sondern einfach durch den Bestand treiben will, findet über Latest, Popular und Random Zugänge in die Sammlung; der Bereich Best Porn bündelt, was offenbar besonders gut ankommt. Hinzu kommt ein Eintrag Our Videos, der auf eigenes Material hindeutet, sowie ein Submit-Verweis für eingesandte Beiträge – ein Hinweis darauf, dass hier auch Material aus der Community landen kann. Die Navigation führt außerdem zu Live-Sex-Angeboten und zu mehreren namentlich genannten Humor-Adressen, die zur selben Ecke des Netzes gehören. Unterhaltung und Erotik schieben sich in dieser Auswahl ständig ineinander, und das ohne erkennbaren Anspruch auf Feinheit. Die Mischung aus Erotik und Slapstick ist damit kein Nebeneffekt, sondern das Gerüst, auf dem die Sammlung steht.
Formal bleibt der Rahmen klar geregelt. Eine eigene Terms of Use Policy bestimmt den Zugang zu Inhumanity einschließlich der Inhalte, Funktionen und Dienste und gilt ausdrücklich auch für einzelne Seiten, interaktive Elemente, Widgets, Blogs und andere Online-Angebote, die auf diese Bedingungen verweisen. Wer die Seite nutzt, tut das also nicht in einem rechtsfreien Raum, sondern unter Bedingungen, die die Betreiber selbst formulieren. Für Besucher heißt das schlicht: Der Zugang ist geregelt, die Nutzung an Bedingungen geknüpft.
Beim Umfang bleiben die Angaben schmal. Belegt sind der kostenlose Zugang, die tägliche Ergänzung um neue Clips und die humorlastige Auswahl der Featured Videos. Konkrete Zahlen zur Größe der Sammlung, zur Herkunft der Uploads oder zu möglichen Bezahlmodellen nennen die vorliegenden Auszüge nicht; wer eine genaue Zahl sucht, wird sie auf dieser Grundlage nicht finden. Das schmälert den Charakter des Angebots nicht, denn die Ausrichtung ist auch ohne Katalogzahlen erkennbar: kurze, pointierte Ausschnitte, die von der Panne leben, nicht von der perfekten Inszenierung. Der ganze Reiz liegt im Moment: ein Ausschnitt, eine Pointe, ein Missgeschick – und die Kategorie, die alles einordnet. Was bleibt, ist ein ziemlich genaues Bild des Tons, aber nur ein ungefähres Bild des Umfangs.
Featured Videos zuerst, danach die Rubrik Crazy Shit – wer sehen will, ob der Humor sitzt, hat nach diesen beiden Stationen eine ziemlich klare Antwort.
